Definitionen und Konditionen nach VDS
zur Preisliste
von
Andreas W.
Schmidt
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Allongen
Händlernennungen in der Werbung. Im unmittelbaren
Anschnitt an einen i.d.R. in sich geschlossenen Basis-Werbespot werden die
Bezugsquellen genannt. Der Sprecher der Allongen erhält eine nach Stückzahl
gestaffelte Entlohnung. Erfolgt die Allonge nicht im unmittelbaren Anschnitt
an den Basisspot liegt ein Tandemteil vor (-> s. Tandemteil). Normalerweise
wird der Sprecher der Allongen nicht in dem sogenannten "Basisspot"
auftauchen. Sollte dies dennoch der Fall sein, so ist immer eine einzelne
Allonge im Preis für den Basisspot enthalten. Normalerweise wird an einen
Basisspot ("Jacobs Meisterröstung. So sanft, so stark!") eine
oder mehrere Allongen angehängt ("Diese Woche besonders günstig bei
Lidl." / "Heute nur 6,99 DEM bei Edeka." / usw.) Was passiert
aber, wenn ein und dieselbe Allonge an diverse Basisspots angehängt werden
soll ("Jetzt überall bei Saturn.") ? Sollte eine Allonge
an mehrere Basisspots angeschnitten werden, gilt jeder Anschnitt als neue
Allonge. Aufgrund des niedrigen Preises ist eine Splittung in Layout und VR
nicht angezeigt.
Alternativen
(auch Varianten) sind ein heikles Thema. Ursprünglich
entstand der Begriff wohl, um spontane Änderungen des Textes, der Satzstellung,
der Betonung oder der Aussprache, die sich während der Aufnahme im Studio
zufällig oder im gemeinsamen Gespräch ergeben hatten, dem Kunden der Agentur
vorzustellen. Sind sich Sprecher und Producer nicht einig, wie nun ein spezielles
Wort auszusprechen ist und kann man sich nicht auf eine gemeinsam akzeptierte
Aussprache einigen, so ist es natürlich sinnvoll, eine Alternative aufzunehmen
("Duschen" oder "Duuuschen"? - "Rösten oder Rööösten"?).
Der Kunde kann dann zwischen beiden Alternativen wählen. Wobei die schlußendlich
nicht gewählte Alternative auch niemals ausgestrahlt werden darf; sie ist
auch nicht im Layoutpreis enthalten, sondern eine freiwillige und kostenfrei
erbrachte Zusatzleistung des Sprechers zum Zwecke der Klärung von künstlerischen,
grammatikalischen oder aussprachebedingten Unstimmigkeiten. Sollte dennoch
sowohl die Änderung (Betonungs-, Aussprache-, Syntax-Änderung) als auch die
erste /eigentliche Version ausgestrahlt werden, so ist im Nachhinein die kostenfrei
erbrachte Leistung des Sprechers mit einem vollen Layouthonorar plus einem
vollen Verwertungshonorar zu vergüten.
Änderungen
von bereits laufenden Spots werden gelegentlich
dann fällig, wenn beispielsweise eine technische oder eine Preisinformation
ausgetauscht werden muß. Ist die Textänderung, die eine solche Maßnahme nötig
macht, jedoch nur so gering, daß eine erneute Layout- und Verwertungsberechnung,
also ein erneutes Kompletthonorar, nicht angemessen bzw. akzeptabel erscheint,
so bietet die Änderung eine günstige Alternative. Grundregel zur Definition
einer Änderung ist die Geringfügigkeit der Textänderung. Dabei muß auch nicht
der ganze Spottext erneut vom Sprecher gesprochen werden, sondern nur jener
Teil, in dem sich die Änderung befindet. Eine Änderung liegt vor, wenn der
Charakter und die Aussage, die Anmutung und die Zielsetzung, die Intension
und die Gestaltung des ursprünglichen Spots nicht verändert wird. Im Grunde
ist das Änderungshonorar für Werbespots also eine Art Entgegenkommen für den
Fall, daß prompt ein Name oder Preis falsch war und nun korrigiert werden
muß. Steht hinter der Änderung aber ein neues kommunikatives Ziel und ist
diese zudem so umfassend, daß der frühere Sinn und die ursprüngliche Gestaltung
des Spots verloren geht, dann ist eine neue Produktion abzurechnen. Beispiel:
Muß aus dem ehemaligen Claim "Wir transportieren alles" aus juristischen
Gründen "Wir transportieren fast alles" werden, so läge eine Änderung
vor, wenn der Spot ansonsten unverändert bleibt. Wird aber aus "Wir transportieren
alles" plötzlich "Die größte Transportgesellschaft am unteren Mittelrhein",
dann wäre dies wohl keine Änderung mehr. Zumal, wenn sich auch Bild, Musik
und Geräusche ändern.
Anrufbeantworter
sind Ansagen, die auf telefonischem Wege kurze
Nachrichten oder Aufforderungen vermitteln. Dies können Mitteilungen über
die regulären Öffnungszeiten einer Firma sein oder auch Aufforderungen, an
einem Gewinnspiel teilzunehmen. Der Anrufbeantworter besteht höchstens aus
drei kurzen Textpassagen (Informationsteil - Störfalltext für den Fall eines
technischen Fehlers des Anrufbeantworter - Endabsage). In der Natur der Dinge
liegt es, daß Anrufbeantworter nur von einem kleinen Kreis von Menschen gehört
werden. Das unterscheidet sie auch von den Warteschleifen der Telefonvermittlungen
(-> s. Warteschleife) oder von aufwendigen und z.T. interaktiven Hotlines
(->Hotline), die als strategisches Marketinginstrument eingesetzt werden
und zudem wesentlich umfangreicher sind.
Ausfallhonorar
erhält ein Sprecher dann, wenn eine fest zugesagte Produktion werktags kürzer als 18 Stunden abgesagt wird. Wird eine Produktion, die am Montag morgen stattfinden sollte, am Freitagabend abgesagt, so wird der Montag als nächster Tag (Arbeitstag) gewertet. Ein Ausfallhonorar ist immer eine Mischkalkulation: der Sprecher hat sich diesen Termin freigehalten. Die erwartete Einnahme entfällt. Ebenfalls hat er möglicherweise andere Produktionsanfragen für denselben geplanten Produktionstermin nicht angenommen, da er sich auf das Zustandekommen der Produktion verlassen hatte. Insofern ist das feste Ausfallhonorar in Höhe von 40% d. Honorarindexes für jede abgesagte Produktion auch dann logisch und akzeptabel, wenn das Honorar der geplanten (und jetzt abgesagten) Produktion geringer als 40% d. Honorarindex gewesen wäre. Wie gesagt: das Ausfallhonorar beinhaltet eine Entschädigung für die tatsächlich entgangene Produktion, als auch eine Entschädigung für jene Produktionen, die der Sprecher hätte noch ersatzweise annehmen können, wenn die Absage fristgerecht erfolgt wäre. Wird die Produktion nur um wenige Tage verschoben, so kann mit dem Sprecher über die Erhebung eines Ausfallhonorars verhandelt werden.
Anschnitt
bezeichnet das Anschneiden einer Textpassage aus
einem früheren Spot an einen neuen Spot, der leicht oder stark verändert ist
oder in einem anderen Medium läuft. Anschnitthonorare sind Vergütungen für
die erneute Verwertung einer bereits bezahlten Leistung in einem neuen Werbespot,
einem neuen Medium, einem neuen Zeitraum oder einem neuen Ausstrahlungsraum.
Dauer der Verwertung
Prinzipiell werden die Rechte zur Verwertung von
Produktionen nur für das gewünschte Medium (Hörfunk oder Fernsehen oder Kino
etc.), für den gewünschten Ausstrahlungsraum (lokal, regional, national),
für genau das eine Motiv und für die Dauer eines Jahres abgetreten. Wird die
Produktion länger als ein Jahr eingesetzt, ist ein weiteres Verwertungshonorar
für ein weiteres Jahr fällig. Dies gilt z.B. für alle Funk-, TV- und Kinospots,
für Anrufbeantworter, Infoline/Talkline, Ladenfunkdurchsagen, Allongen, Patronatsansagen,
etc. Das gilt nicht für Industriefilme/OFF/Voice-Over und nicht für Warteschleifen.
Ab wann wird das eine Jahr gerechnet? Nun, vom Zeitpunkt der Aufnahme an sollte
das Jahr nicht gerechnet werden, da viele Monate zwischen Aufnahme und Ausstrahlung
liegen können. Es empfiehlt sich also den Zeitpunkt zu fixieren, an dem das
Tonstudio die Sendekopien oder Ausstrahlungsmedien produziert. Dieser Termin
wird nämlich vom Studio schriftlich festgehalten und kann jederzeit eruiert
werden. Also es gelten die Verwertungsrechte für 1 Jahr ab Erstellung der
Ausstrahlungsmedien (z.B. Sendekopien) oder spätestens ab der ersten Verwertung
(Nutzung/Veröffentlichung).
Infoline/Talkline
Im Gegensatz zum Anrufbeantworter handelt es sich
bei einer Infoline oder Talkline um ein umfangreiches interaktives und ausführliches
Telefonvertriebs- und Marketinginstrument. Die Rechte werden für 1 Jahr erworben.
Die oft seitenlangen und verschachtelten Parts einer solchen Infoline sind
aufwendig zu produzieren und sollen den Anrufer veranlassen, möglichst lange
am Hörer zu bleiben. Dabei ist es egal, ob es sich um Star-Info-Rufnummern,
Gewinnspiele, Produkt- oder Leistungsbeschreibungen oder gar Sex-Lines handelt,
mit all diesen Nummern wird gutes Geld verdient. Layout (Funk-, TV- und Kinolayouts)
Mit der Bezahlung eines Layouts erhält der Auftraggeber das Recht, die Sprachaufnahme
für Präsentationen und Markttests zu verwenden. Im Layoutstadium ist es dem
Auftraggeber ferner gestattet, eine beliebige Anzahl von Motiven aus dem Sprachmaterial
zu erstellen. Die Layouts dürfen jedoch keinesfalls ohne Genehmigung ausgestrahlt
oder anderweitig einer breiten Öffentlichkeit z.B. zu Werbe-, Informations-
oder Verkaufszwecken zugänglich gemacht werden. Für den Fall der Ausstrahlung
ist zusätzlich zum Layouthonorar ein Verwertungshonorar fällig. Dasselbe gilt
für jeden einzelnen Fall der Verwertung von Teilen eines Layouts. - Wichtige
Definitionsfrage: Unabhängig davon, wieviele Teile oder Rollen ein Sprecher
in einem einzigen Layout spricht, es handelt sich doch immer um ein einziges
Layout („Sprechen Sie doch auch die Rolle des Kindes, der Frau und den Claim
mit.“) Die Preise der Layouts sollten logisch und nachvollziehbar sein. Dazu
ein Beispiel: Ein Funklayout wird ja in der Regel schlicht vom Blatt gelesen.
Ein TV-Layout auf Bild hingegen muß Bildsynchron gesprochen werden; im arbeitsintensivsten
Falle sogar lippensynchron. Also ist ein TV-Layout auf Bild teurer, als ein
Funklayout. Aber: Warum sollte ein TV-Layout, zu dem es kein Bild gibt (weil
das Bild noch gar nicht gedreht oder fertig geschnitten ist), ebenfalls teurer
sein, als ein Funklayout? Das wäre unlogisch: Beide Layouts (Funklayout und
TV-Layout ohne Bild) werden nur vom Blatt gelesen, sind weder bildsynchron,
noch lippensynchron. Demzufolge kann logischerweise ein TV-Layout ohne Bild
nicht teurer sein, als ein Funklayout.
Ladenfunk
Ladendurchsagen gehören zum Kommunikationsinstrument
am Point of Sales. "Kleine" Werbespots, die nur und ausschließlich
in Kaufhäusern, Drogeriemärkten, Baumärkten, Discountern und anderen "Stätten
des Verkaufs" direkt für die anwesenden Kunden ausgestrahlt werden. Und
zwar nur innerhalb der Ladenzone bzw. des Betriebsgeländes. Ladenfunk oder
Ladendurchsagen liegen im untersten Preissegment, da durch sie nur eine verschwindend
kleine, jedoch zielgenaue Gruppe von Hörern erreicht wird. Die Rechte zur
Verwendung werden für ein Jahr erworben.
Lokale Verwertungsrechte
Es gibt Funk-, Kino- oder TV-Werbung, die nur einen
so eng begrenzten Raum erfassen will, daß sich eine Ausstrahlung in allen
bundesdeutschen Sendern oder Lichtspieltheatern nicht lohnen würde. Ja sogar
die Ausstrahlung in allen Kinos eines Bundeslandes oder in einem bundesland-weiten
Sender würde sich durch den hohen Streuverlust nicht rechnen. Und weil sich
die Stimme eines Sprechers in einem lokalen Werbespot nicht so sehr abnutzt/demokratisiert/inflationiert,
als würde er tagtäglich in der gesamten Bundesrepublik oder gar "nur"
in einem ganzen Bundesland zu hören sein, haben sich günstigere Tarife für
die Verwertung in lokalen Sendern etabliert. Ein Lokalspot liegt vor, wenn
dieser Spot in beliebig vielen Sendern einer einzigen Stadt ausgestrahlt wird.
Die Nutzungsdauer der Verwertungsrechte beträgt ein Jahr (s. Dauer der Verwertung).
Auch mag gelten, daß ein Lokalspot dann vorliegt, wenn er in einem eng begrenzten
Ausstrahlungsraum wie etwa in dem Ausstrahlungsradius eines Landkreises gesendet
wird. Wird der Spot in mehreren Lokalsendern verschiedener Städte ausgestrahlt,
so liegt kein Lokalspot vor, sondern ein Regional- oder gar nationaler Spot.
Bei Kino entspricht die Definition "Lokal" der Nutzung des Spots
innerhalb der Lichtspieltheater einer Stadt bzw. eines Landkreises.
Mindestabnahme
(fälschlich auch Tagespauschale genannt) Erklärung/Beispiel:
Für die Produktion eines einzigen Funk-Layouts in Karlsruhe, Würzburg, München
oder Hamburg benötigt man incl. Anreise oder Flug von Frankfurt etwa 4 Stunden.
Normalerweise bekäme man dafür nur ein Layouthonorar und da lohnt sich der
ganze Aufwand nicht. Also berechnet der Sprecher diese Mindestabnahme. Diese
Mindestabnahme kann aber mit den Produktionen dieses Tages verrechnet werden.
Überschreitet die Rechnungssumme diese Pauschale, dann wird nach den ganz
normalen Tarifen abgerechnet. Ganz deutlich: Kein Sprecher spricht eine beliebige
Anzahl von Spots pauschal zum Preis der Mindestabnahme!! Diese “Pauschale”
stellt lediglich eine Mindestsumme dar, die mit den tatsächlichen Produktionen
des Tages verrechnet werden kann.
Narrative
Wie eine Erzählung (Narrative) schildert der Sprecher
ausführlich und detailgetreu die Abfolge und die Inhalte der TV-Spot-Szenen.
("Von links sehen wir nun das Nudelpaket hereinfliegen, die Musik brandet
auf und die Mutter sagt fröhlich >Miraculi ist klasse!<.") Diese
Collage aus Bildern und Sprache wird dann Verbrauchern vorgeführt. Die Ergebnisse
des Tests bestimmen dann, ob der TV-Spot jemals wirklich gedreht wird oder
besser nicht. Da eine solche genau Erzählung sehr umfangreich ist, liegt das
Honorar für ein Narrative auch etwas höher, als das Arbeitshonorar für ein
Layout. Ausgestrahlt wird ein solches Narrative jedoch nie.
Nationale Verwertungsrechte
Werbespots, die in zwei und mehr Bundesländern
zu sehen oder zu hören sind, sind nationale Spots. Die Ausstrahlungsrechte
werden für ein Jahr erteilt. In dieser Zeit kann der Auftraggeber diesen Spot
(und zwar genau dieses Motiv in unverändertem Zustand) unbegrenzt oft innerhalb
der Bundesrepublik Deutschland ausstrahlen. Möchte der Auftraggeber diesen
Spot in Österreich und in der Schweiz ausstrahlen, sind ebenfalls für jedes
Land nationale Verwertungshonorare fällig; also für Österreich ein Verwertungsrecht
National und für die Schweiz ein Verwertungsrecht National.
Option
Eine Option in unserem Arbeitsbereich ist die zweiseitige
Voranwartschaft (Tonstudio/Sprecher) auf einen Arbeitstermin, die meist auf
Veranlassung eines Dritten (Agentur oder Produzent) zur Festbuchung wird.
Mit anderen Worten: Es handelt sich um das wechselseitige Freihalten eines
Termins. So lange die (nicht zwingende, nicht verbindliche) Option noch
nicht zur (zwingenden, verbindlichen) Festbuchung geworden ist, kann
sie von beiden Seiten aufgelöst werden.
New Business
Es geht um ein Neu-Geschäft für die Agentur. Sie
möchte einem (hoffentlich) späteren Kunden, um dessen Auftrag sie mit anderen
Agenturen kämpft (pitcht), zeigen, was sie konzeptionell und kreativ bieten
kann. Für solche Präsentationen bei Kunden-in-spe, legen sich die Agenturen
ganz schön ins Zeug. Unter anderem produzieren die Agenturen auf eigene Kosten
Funk-, TV- und Kinospots, die natürlich niemals ausgestrahlt werden, sondern
nur den "neuen" Kunden beeindrucken sollen. Und da sich die Sprecher
auch als Partner der Agenturen verstehen, unterstützen sie diese bei der Herstellung
von New Business- Produktionen durch extrem günstige Honorare. Natürlich hofft
jeder Sprecher zu recht, daß die Agentur, wenn sie denn den Etat gewonnen
hat, ihn auch für die echten Spots besetzen wird. Warum auch nicht?- Wenn
des Sprechers Stimme doch mitgeholfen hat, den Pitch zu gewinnen...
Patronatsansagen
Patronatsansagen sind Sponsorhinweise für Funk-
oder TV-Sendungen bestehend aus einem Intro, einem Outro und höchstens einem
Mittelteil . Beispiel: “Diese Sendung wird Ihnen präsentiert von...” ,
“Diese Sendung wurde Ihnen präsentiert von...” und “Gleich geht’s
weiter mit...präsentiert von...” Patronatsansagen werden wie TV- oder
Hörfunkproduktionen abgerechnet. Das Verwertungsrecht gilt für ein Jahr.
Regionale Verwertungsrechte
Ausstrahlung in mehr als einem einzigen Stadt-
bzw. Lokalbereich bis zur Ausstrahlung in beliebig vielen Sendern eines einzigen
Bundeslandes. Dazu gehört jedoch nicht mehr der aus SWF und SDR entstandene
SWR, da dieser Sender laut ARD Staatsvertrag für zwei Bundesländer zuständig
ist. In diesem Falle liegt also immer ein nationaler Verwertungsfall vor.
Außerdem gibt es noch folgende flexibel zu haltende Ausnahme: wenn ein Auftraggeber
einen regionalen Funkspot (Ausstrahlung in einem Bundesland) nicht für ein
ganzes Jahr, sondern nur für wenige Tage oder gar nur einen einzigen Tag ausstrahlen
möchte und sich dieses auch klar aus dem Text ergibt ("Am 11. November
ist große Eröffnung..."), so kann und darf der Sprecher hier ein downgrade
vornehmen, also dennoch "nur" einen Lokalspot in Rechnung stellen.
Dies ist aber eine Ausnahme und soll und kann nicht zur Regel werden.
Tandemteil
Wird neben dem Hauptspot noch ein "kleiner
Werbespot" im selben Werbeblock nachgeschoben ("Also nicht vergessen,
Eröffnung bei Teppich Kibek am 13. August."), so liegt ein sogenanntes
Tandemteil vor. Auch Reminder oder Kurzerinnerung oder Nachhaker genannt.
Das Tandemteil ist in der Regel vielfach kürzer als der Hauptspot und will
die wichtigste Information aus dem Hauptspot noch einmal verankern. Ein Tandemteil
(Reminder) hat immer einen inhaltlichen Bezug zum Hauptspot und wird im selben
Werbeblock geschaltet. Sonst ist es ein eigenständiger Funk- oder TV-Spot!
Voice-Over / OFF
Diese Definition der Kommentarstimme gilt für Industrie-,
Lehr- und Sachfilme, Präsentations-CD-ROM, Tonbildschauen und ähnliche nicht
zum Verkauf bestimmte Medien. Die Preise richten sich nach Textlängen, nicht
nach Filmlängen! Die Rechte zur Verwertung werden zeitlich unbegrenzt erteilt.
Bei Wechsel des Mediums oder Ausstrahlungsrahmens ist ein neues Honorar fällig.
Unter den Begriff fallen Imagefilme, Produktpräsentationen, Lehr- und Sachfilme,
technische Filme, Schulungsvideos etc.. Diese sowie Sprachteile daraus dürfen
ohne Genehmigung des Sprechers nicht zu einem anderen als dem vereinbarten
Zweck verwendet werden und vom Auftraggeber nur einem definierten und begrenzten
Zuschauerkreis vorgeführt und in keinem Massenmedium veröffentlicht oder dort
zu Werbezwecken eingesetzt werden.
Warteschleife
Mitunter sind es tausende von Anrufern jeden Tag, die eine
Warteschleife hören. Denn anders, als der Anrufbeantworter, den man nur dann
erreicht, wenn man dusseligerweise Freitags um 14.30 Uhr beim Finanzamt anruft,
erreichen die Warteschleifen (fast) alle Anrufer einer Firma oder eines Hotels,
wenn die Durchwahl des Gesprächsteilnehmer unbekannt ist. Wegen der wesentlich
höheren Abnutzung der Stimme durch mehrere hundert oder gar tausend Anrufer
pro Tag und den mehrjährigen Einsatz entstehen hier höhere Kosten, als z.B.
beim Anrufbeantworter. Die Rechte werden jedoch dafür zeitlich unbegrenzt
erteilt. Jedoch nur für eine Firma bzw. ein Unternehmen. Es gibt Anbieter
von Warteschleifen, die gleich zehn oder zwanzig Firmen mit einem Warteschleifentext
beglücken. Wie gesagt, das Verwertungsrecht für die Warteschleife gilt nur
für eine einzelne Firma (und für deren Zweigniederlassungen), jedoch nicht
für mehrere unterschiedliche, nicht zusammenhängende, nicht gleichnamige oder
sonstwie erkennbare verbundene Firmen.
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